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Tiergedichte

 

 

                               

Seal
 
 
Die Eule und der Esel
 
 
Sieh! Seht mir doch das grobe Tier!
Was schleppt und keicht! da lob ich mir
doch meine klügre Art zu leben!
Esel
Möcht keinen Pfifferling drum geben!
Eule
Möchtst nicht? Das macht, du dummes Vieh,
dein grobes Hirn empfand noch nie
des edeln Müßigggangs Behagen;
hast nichts gelernt als Säcke tragen,
und weißt nur nicht, wie süß es tut,
zu trinken kleiner Vögel Blut
und sich mit ihrem Fleisch zu laben;
hast kein Gehirn, nur Eselsgaben!
Esel
Weiß wohl; mag auch kein' andere haben;
scheu aber auch das Tageslicht
wie's hoch begabte Eulchen nicht;
seh jedem frei ins Angesicht;
werd nur belacht von Narren und von Knaben.
Des bin ich froh; und - schönen Dank
für eure Gaben

Joachim Heinrich Campe

 

 

 

Kind und Katze

 

Wohl eigenen Gespielen hast du hier
Kind auserwählt in deinem Wiegenleben:
Die bunte Katze spielt mit deren Stäben
Alltäglich liegt ihr Tigerfell bei dir.

Schutzengel meines Kindes scheinst du mir,
In thierischer Gestalt ihm beigegeben,
Daß es erzittern nicht, noch möge beben
Vor dessen Glanz und dessen Strahlenzier.

Christian Wagner

 

                                         

 

Vor meinem Fenster

 

Vor meinem Fenster
singt ein Vogel.

Still hör ich zu; mein Herz vergeht.

Er singt,
was ich als Kind besass,
und dann - vergessen.

Arno Holz

 

 

                           

 

Am fliessenden Wasser

 

Ein Fischlein steht am kühlen Grund,
Durchsichtig fliessen die Wogen,
Und senkrecht ob ihm hat sein Rund
Ein schwebender Falk gezogen.

Der ist so lerchenklein zu sehn
Zuhöchst im Himmelsdome;
Er sieht das Fischlein ruhig stehn,
Glänzend im tiefen Strome!

Und dieses auch hinwieder sieht
Ins Blaue durch seine Welle.
Ich glaube gar, das Sehnen zieht
Eins an des andern Stelle!

Gottfried Keller

 

 

                                      

 

Die Nachtigall

 

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Sie war doch sonst ein wildes Kind;
Nun geht sie tief in Sinnen,
trägt in der Hand den Sommerhut
Und duldet still der Sonne Glut
Und weiß nicht, was beginnen.

Das macht, es hat die Nachtigall
Die ganze Nacht gesungen;
Da sind von ihrem süßen Schall,
Da sind in Hall und Widerhall
Die Rosen aufgesprungen.

Theodor Storm

 

 

 

 

 

Kleines Raubtier

wie viel Sonne brachtest du in unser Leben
mein kleines Raubtier
wie viel Trost spendete dein Schnurren
mein kleines Raubtier
wie viel Wärme gab dein kleiner Körper
mein kleines Raubtier
wie viel Liebe konntest du nicht mehr geben
mein kleines Raubtier

doch dann kam ein größeres Raubtier
das größte Raubtier das es gibt
du hast dich nie vor ihm gefürchtet
mutiges kleines Katerraubtier.
Doch das große Raubtier raubte dir dein Leben.

Ich hoffe, es gibt ein Paradies für kleine Raubtiere.

-Andrea Lutz-

 

 

                    

 

Natur

...Deine Schnurrbarthaare kitzeln mein Genick
und deine Zärtlichkeit meine Katze, ist ohnegleichen.

Du, mein Hund bist die personifizierte Freude auf vier Pfoten
und nicht nur deswegen liebe ich dich.

Du, Baum vor meinem Fenster spendest mir Schatten
und wenn der Wind durch deine Zweige rauscht, sprichst du mit mir...

-Andrea Lutz-

 

 

 

 

Wie? Sie bedauern den Tod eines Seehundes?
Ausrotten müsste man diese Tiere.
Glauben Sie etwa, sie seien nützlich?
Sie sind die ärgsten Fischräuber, die es gibt, ganz schädliche und unnütze Geschöpfe!"

Ich dachte an die feuchten dunklen Augen der gutmütigen Tiere und

sie erschienen mir weit liebenswerter als diese Anschauungen

 eines Pedanten, dem sich sein eigenes grenzenloses

Räubertum als Mensch so ganz und gar von selbst verstand.

-Christian Morgenstern-

 

 

 

 

                                 

 

Nachdenkliches


 

Ein Hund hält Reden

Ich hab im Traum mit einem Hund gesprochen. Erst sprach er spanisch. Denn dort war er her.
Weil ich ihn nicht verstand- das merkte er-
Sprach er dann deutsch, wenn auch etwas gebrochen.

Er sah mich ganz entsetzt die Hände falten
Und sagte freundlich: Kästner wissen Sie,
warum die Tiere ihre Schnauze halten?
Ich schwieg. Und er war verlegen wie noch nie.
       Der Hund sprach durch die Nase und fuhr fort:
       Wir können sprechen. Doch wir tun es nicht.
       Und wer, außer im Traum, mit Menschen spricht,
       den fressen wir nach seinem ersten Wort.
Ich fragte ihn natürlich nach dem Grund.
(Ich glaube nichts, was man mir nicht erklärt.)
Da sagte mir der geträumte Hund:
Das ist doch klar! Der Mensch ist es nicht wert,
dass man gesellschaftlich mit ihm verkehrt.

Erich Kästner

 

 

 

G E B E T

O Gott, erhöre unsere demütige Bitte für unsere Freunde, die Tiere,
und ganz besonders für die verfolgten Tiere, für die überlasteten,
Hunger leidenden und füür die grausam behandelten Tiere!
Für jene armen, in Gefangenschaft befindlichen Geschöpfe,
die mit ihren Schultern an die Gitterstäbe ihrer Käfige schlagen;
und für diejenigen, die verjagt, verloren oder in Schrecken und
Hunger preisgegeben sind, sowie für jene, die getötet werden sollen.
Wir bitten, Herr, für sie, um dein Mitleid und um deine Gnade; und
für diejenigen, denen ihre Pflege obliegt, bitten wir um ein
barmherziges Herz, weiche Hände und gütige Worte.
Schaffe aus uns, Herr, wahre Freunde unserer Tiere,
mit denen wir den Segen deiner Grossmut teilen dürfen.
AMEN

 
 
   
 
 
DIE REGENBOGENBRÜCKE
 
An einer Stelle der Ewigkeit
gibt es einen Platz,
den man die Regenbogenbrücke nennt.
Auf dieser Seite der Brücke liegt ein Land mit Wiesen,
Hügeln und saftigem grünen Gras.

Wenn ein geliebtes Tier auf der Erde für immer eingeschlafen ist,
geht es zu diesem wunderschönen Ort.
Dort gibt es Wiesen und Hügel für all unsere speziellen Freunde,
damit sie laufen und zusammen spielen können.
Es gibt immer zu fressen und zu trinken,
es ist warmes schönes Frühlingswetter,
und unsere Tiere fühlen sich wohl und zufrieden.

Alle Tiere, die einmal alt und krank waren,
sind wieder gesund und stark,
so, wie wir uns an sie in unseren Träumen erinnern,
wenn die Zeit vergeht.

Die Tiere sind glücklich und haben alles,
außer einem kleinen Bißchen;
sie vermissen jemanden Bestimmtes, jemanden, den sie zurückgelassen haben.
So rennen und spielen sie jeden Tag zusammen,
bis eines Tages eines sein Spiel plötzlich unterbricht und in die Ferne schaut.
Die Nase bebt, die Ohren stellen sich auf,
die hellen Augen sind aufmerksam, der Körper ist unruhig.
Plötzlich trennt es sich von seiner Gruppe, fliegt förmlich

über das grüne Gras, seine Beine tragen es schneller und schneller.

 
 
 
 
   

 
Es hat Dich gesehen.

Noch bist Du wie ein Punkt in der Unendlichkeit,
doch wenn Du und Dein Freund sich dann endlich treffen,
gibt es nur noch Wiedersehensfreude, die nicht enden will.

Dein Gesicht wird geküßt, wieder und wieder,
Deine Hände streicheln über den geliebten Kopf
und Du siehst einmal mehr in die treuen Augen Deines Tieres,
das so lange aus Deinem Leben verschwunden war,
aber nie aus Deinem Herzen.

Dann geht Ihr zusammen über die Regenbogenbrücke
und Ihr werdet nie wieder getrennt sein...

(Der Autor scheint absolut ÜBERALL unbekannt zu sein, obwohl
diese rührige Geschichte so ziemlich auf jeder Tierseite im WEB
 zu finden ist. Ich wollte sie TROTZDEM veröffentlichen, weil sie mir selber schon Trost gespendet hat
 
 
 
                                         
 
 
Pandabär

Den Pandabären gibt es schon
seit abertausend Jahren,
er lebte einst in freier Bahn
im Bambuswald von Szetschuan
in kerngesunden Scharen.

Der Bambus stirbt, es stirbt der Wald,
die grünen Sprossen sterben,
sie faulen und sie fallen ab,
für Pandas wird das Futter knapp,
wenn Blatt um Blatt verderben.

Es fängt der Mensch die Tiere ein,
um ihnen Kraft zu geben;
doch Eisenstäbe drücken schwer,
der Pandabär, der zeugt nicht mehr,
er will in Freiheit leben.

Die Pandabären sterben aus,
sie wollen’s gar nicht schaffen,
wer lebt schon gern in einem Zoo
trotz Bambussprossen Heu, und Stroh’
mit Eseln, Gnus und Affen?!

(Gert O.E. Sattler)

 

 

      

Fuchsjagd
  
Jagen um des Ansehns willen
hoch zu Ross, voran die Meute,
um zu töten, um zu killen
ist ein Sport für Edelleute.

Fuchs und Fähe sind in Mode
wie bei einem Mörderspiele
jauchzend hetzt man sie zu Tode;
denn der Hunde sind es viele.

Nein, es geht um keine Pelze,
sondern um die Lust am Töten,
um das Bild, wenn an der Quelle
sich im Wald die Gräser röten.

Reiter brauchen keine Büchse,
nur den Herbst mit seinen Farben
und das frische Blut der Füchse,
die durch Hundeschnauzen starben.
 
(Gert O.E. Sattler)

 

 

Haie 

Haie fängt man auf dem Meer 
vor und hinter Riffen, 
hievt sie über Bord an Deck 
von speziellen Schiffen. 

Ohne Flossen wirft man sie 
dann zurück ins Wasser, 
nur die Kraft der Flossen mag 
jeder eitle Prasser. 

Mancher denkt, die Flosse 
sei echtes Lebensfeuer 
und er lebe hundert Jahr', 
deshalb ist sie teuer. 

Männer wollen Tag und Nacht 
Männlichkeit erwerben, 
deshalb muß der Meereshai 
ohne Flossen sterben. 
 
(Gert O.E. Sattler)

 

 

 

Kiebitzeier 

Der Kiebitz mit dem Federbusch
mag wasserreiche Wiesen, die Eier, 
die das Weibchen legt,
die Menschen sich erkiesen. 

Sie nehmen Bodennester aus
zum Feste und zur Feier; 
denn große Leckerbissen sind 
die kleinen Kiebitzeier. 

Doch stiehlt man Kiebitzeier weg,
dann gibt es keine Jungen, 
dann lebt der Kiebitz später nur 
in Bilderinnerungen. 

Die Menschen stehlen trotz Verbots, 
weil Kiebitzeier schmecken 
und Käufer sich im Frühlingshauch 
die Finger danach lecken. 
 
(Gert O.E. Sattler)

 

 

Tiersterben

Der Hamster und der Hase,
die haben's beide schwer,
bald gibt es keine Hasen
und keine Hamster mehr.

Der Hase und der Hamster,
die brauchen Flur und Feld,
der Mensch und die Maschine
zerstören ihre Welt.

Wer mümmelt an der Wiese,
wer hamstert Korn und Flachs,
bedroht sind alle Nager
vom Wiesel bis zum Dachs.

Der Mensch mit seinen Plänen
verändert Feld und Flur,
es sterben immer stärker
die Wunder der Natur.
 
(Gert O.E. Sattler)

 

 

 

Robben

Das Packeis färbt sich blutigrot,
der März erstickt im Jammer, 
die Seehundskinder schlägt man tot
mit einem spitzen Hammer.

Wenn nachts im Zelt bei Schnaps und Speck
die Jägersleut' palavern,
dann hält die Mutter Totenwacht
bei ihren Kindskadavern.

Sie hat geboren, hat gesäugt,
sie gab den Babys Futter,
nun trauert sie und heult und klagt
wie jede and’re Mutter.

Es muss der Mensch trotz nackter Haut
kein Tier ums Fell erschlagen,
die Schere tut dem Schaf nicht weh,
der Mensch kann Wolle tragen.
 
(Gert O.E. Sattler)

 

                                       

 

Nachtigall

Es singt des Nachts die Nachtigall
ein Lied der Liebe, überall,
im Sommer bis zur Herbsteszeit,
dann wird aus Liebe herbes Leid.

Gen Süden fliegt der Vogelschwarm,
dort ist die Welt im Winter warm; 
doch mancher Sänger, der da schwebt,
den Vogelzug nicht überlebt.

Der Rastplatz wird zum Jagdrevier,
in Netzen fängt man Tier um Tier,
man köpft sie alle, frank und frei,
die Nachtigall ist stets dabei.

Dann feiert man ein großes Fest
bei dem sich keiner lumpen lässt,
ein Dutzend Vögel oder mehr,
so lautet der Pro-Kopf-Verzehr.

Ob Heide, Jude, Moslem, Christ,
es stirbt, wer keine Nahrung isst,
ob arm, ob reich, ob groß, ob klein;
doch müssen's Nachtigallen sein?
  
(Gert O.E. Sattler)

 

 

                         

 

Dein Hund


Wenn alle dich meiden
und hassen,
ob mit oder ohne Geduld,
wird einer dich niemals verlassen, und das ist dein treuer Hund
Und würdest du ihn sogar schlagen,
ganz herzlos und ohne Verstand,
er wird es geduldig ertragen
und leckt dir dafür noch die Hand
Nur Liebe und selbstlose Treue
hat er für dich immer parat!
Er beweist es dir täglich aufs neue,
wie unsagbar gern er dich hat.
Nennst du einen Hund dein eigen,
wird du nie verlassen sein,
und solltest du vor Einsamkeit schweigen,
denn du bist doch niemals allein.
Wird einst der Tod dir erscheinen,
und schlägt dir die letzte Stund'
wird einer bestimmt um dich weinen,
und das ist dein treuer Hund.
Drum schäm' dich nicht deiner Tränen,
wenn einmal dein Hund von dir geht!
Nur er ist, das will ich erwähnen,
ein Wesen, das stets zu dir steht.

 

 

 

Wenn es soweit ist

Bin ich dereinst gebrechlich und schwach
und quälende Pein hält ständig mich wach -
was Du dann tun mußt - tu es allein.
Die letzte Schlacht wird verloren sein.
Daß du sehr traurig, verstehe ich wohl.
Deine Hand vor Kummer nicht zögern soll.
An diesem Tag - mehr als jemals geschehen -
muß Deine Freundschaft das Schwerste bestehen.
Wir lebten zusammen in Jahren voll Glück.
Furcht vor dem Muß? Es gibt kein Zurück.
Du möchtest doch nicht, daß ich leide dabei.
Drum gib, wenn die Zeit kommt, bitte mich frei.
Begleite mich dahin, wohin ich gehen muß.
Nur - bitte bleibe bei mir bis zum Schluß.
Und halte mich fest und red mir gut zu,
bis meine Augen kommen zur Ruh.
Mit der Zeit - ich bin sicher - wirst Du es wissen,
es war Deine Liebe, die Du mir erwiesen.
Vertrauendes Wedeln ein letztes Mal -
Du hast mich befreit von Schmerzen und Qual.
Und gräme Dich nicht, wenn Du es einst bist,
der Herr dieser schweren Entscheidung ist.
Wir waren beide so innig vereint.
Es darf nicht sein, daß Dein Herz um mich weint.

 

 

                                                                    

 

Für einen Freund

Bis vor kurzem
hatte ich, einen Hund, den liebte ich. Hast nichts böses je verbrochen,
warst dem Menschen zugetan, heute hast du sterben müssen, gehörst
der falschen Rasse an.
Warst Begleiter mir und Freund, auf den Streifen in der Nacht, alle Ausbildungen
und Prüfung, mit Bravur hast du gemacht. Doch des Menschen blinder
Hass hat vor dir nicht Halt gemacht.
Wie oft hast im Einsatz
du, eines Menschen Leben gerettet, bist mit Eifer und mit Mut in den
tiefsten Schacht geklettert, das verschollne Kind gewittert und nach
Haus zurück gebracht.
Hund, ich trauere um dich
und um alle deiner Rassen, hast deine Treue jetzt bezahlt, weil du stets
und sehr gelassen, allen Menschen hast vertraut.
Deine Taten zählten
nicht, qualvoll war dein Tod durch Gift, von des Hundehassers Hand,
Opfer einer Hexenjagd in diesem so verirrten Land.
Ich erinnere mich zurück,
denk an Stunden voller Glück, seh dich laufen, seh' dich toben,
mit deinen Freunden groß und klein, jetzt siehst du mich von dort oben, ja, sieh her mein Hund, ich
wein.
Sicher hast du dort gefunden,
deinen Frieden und dein Glück, doch ich bleib alleine hier unten,
bleibe ohne dich zurück. Denk an unsere schönen Zeiten gern
erinnere ich mich zurück.
Für einen treuen
Hund, in Angedenken aller anderen Hunde die in diesem Lande hingerichtet
werden.


 

 

 

 

 

Die Katze

Komm an mein leibreiches Herz - schöne Katze -
Verbirg die Klauen der Tatze
Wenn mein Auge naht
Dem deinen gemischt aus Metall und Achat!
 Wenn meine Finger mit Muse schmeicheln
Dem biegsamen Kopf und rücken
Und bebt meine Hand im entzücken
Dem funkenstiebenden Körper zu streicheln.
 Dann seh ich im Geist eine Frau: Ihr Blick
Gleich deinem - freundlich Tier -
Trifft wie ein Pfeil und ist tief und hell.
 Es schwimmt vom Fuß zum Genick
Ein feiner gefährlicher Odem dir
Ringsrum um das braune Fell.

Charles Baudelaire (1821-1867), französischer Dichter

 

Das kranke Kätzchen

Kätzchen ist krank,
macht ein trauriges Gesicht,
liegt auf der Bank
und rührt sich nicht.
 Miau! Ich versteh,
die Maus war zu fett.
Magenweh?
Dann musst du zu Bett.
 Püppchen hör zu,
dem Kätzchen geht's schlecht.
Ist es dir recht;
Wir legen's zur Ruh
In dein Bettchen hinein,
decken's warm zu
und wiegen es ein.
 Da schläft's eine Stunde,
verdaut seine Maus
und springt dann gesund
zum Bettchen hinaus.

Gustav Falke (1853-1916), deutscher Schriftsteller

 

 

 

                                

An ein Hündlein

Gern gab ich die drei Fünfer
Dem losen Buben hin.
Er trug, ich möchte schwören,
Noch ärgeres im Sinn.
 Hier wird dich Niemand quälen,
Lässt jeder dich in Ruh;
Ja, trägt wohl gar, dich streichelnd,
Dir manchen Bissen zu.
 Des Nachts, im Herbst und Winter,
Legst du dich nah am Herd
In dein bequemes Körbchen,
Und schlummerst ungestört.

Elisabeth Kulmann

 

"Wenn du einen verhungernden Hund aufliest und machst ihn satt, dann wird er dich nicht beißen.
Mark Twain

 

Dass ich dich liebe, oh Möpschen,
Das ist dir wohlbekannt.
Wenn ich mit Zucker dich füttre,
So leckst du mir die Hand.
 Du willst auch nur ein Hund sein,
Und willst nicht scheinen mehr;
All meine übrigen Freunde,
Verstellen sich zu sehr.

Heinrich Heine

 

 

 

Möwenlied.
Die Möwen sehen alle aus,
als ob sie Emma hießen.
Sie tragen einen weißen Flaus
und sind mit Schrot zu schießen.

Ich schieße keine Möwe tot,
Ich laß sie lieber leben --
und füttre sie mit Roggenbrot
und rötlichen Zibeben.

O Mensch, du wirst nie nebenbei
der Möwe Flug erreichen.
Wofern du Emma heißest, sei
zufrieden, ihr zu gleichen.
Christian Morgenstern



Das ästhetische Wiesel
Ein Wiesel
saß auf einem Kiesel
inmitten Bachgeriesel.
Wißt ihr
weshalb?
Das Mondkalb
verriet es mir
im stillen:
Das raffinier-
te Tier
tat´s um des Reimes Willen.
Christian Morgenstern

 



Das Huhn
In der Bahnhofshalle, nicht für es gebaut,
geht ein Huhn
hin und her ...
Wo, wo ist der Herr Stationsvorsteh´r
Wird dem Huhn
man nichts tun?
Hoffen wir es! Sagen wir es laut:
daß ihm unsere Sympathie gehört,
selbst an dieser Stätte, wo es - "stört"!
Christian Morgenstern

 



Das Mondschaf
Das Mondschaf steht auf weiter Flur.
Es harrt und harrt der großen Schur.
Das Mondschaf.
Das Mondschaf rupft sich einen Halm
und geht dann heim auf seine Alm.
Das Mondschaf.
Das Mondschaf spricht zu sich im Traum:
"Ich bin des Weltalls dunkler Raum."
Das Mondschaf.
Das Mondschaf liegt am Morgen tot.
Sein Leib ist weiß, die Sonn ist rot.
Das Mondschaf.
Christian Morgenster

 

 

 

 

Sitzt eine Eisbärmutter mit ihrem Kleinen auf einer Eisscholle.
Sagt der kleine Eisbär: "Mama, war eigentlich mein Großvater ein Eisbär?"
"Ja!" sagt die Eisbärmutter.
Fragt der kleine Eisbär wieder: "Mama, war mein Vater auch ein Eisbär?"
"Ja!" sagt die Mutter "... aber Kind warum fragst Du so?"
Der Kleine "Weil, ... mir ist aaaarrrsssccchhhhkalt!"

 



Ein Pinguinkind sitzt in Australien im Beutel einer Kängurumutter

und wimmert: "Blöde Schaukelei! Ist mir übel!" Tausende Kilometer

entfernt, am Südpol, sitzt ein Kängurukind auf einer

 Eisscholle und jammert: "Ist mir kalt! Blöder Schüleraustausch."

 



Eines Tages geht eines Maus ganz glücklich und strahlend durch

den Wald und trifft ein andere Maus. Da fragt die eine Maus die andere,

 warum sie denn so glücklich wäre. Da sagte die Maus, dass sie ja

sooo verliebt wäre und zog ein Foto aus der Tasche und zeigte es

ganz stolz der anderen Maus. "Da guck mal", sagte die glückliche Maus,

"das ist mein neuer Freund". Die andere Maus guckt sich das Bild an

 und meint ganz enttäuscht: "Das ist ja eine Fledermaus!". Darauf die

 nicht mehr ganz so glückliche Maus: "Och, zu mir hat er gesagt er sei Pilot!"

 

    

Eine Schildkröte klettert auf einen Baum und springt immer wieder

 herunter. Daneben sitzt ein Vogelpärchen. Das Weibchen sagt

zum Männchen: "Du, sollten wir ihr nicht langsam mal sagen, dass sie adoptiert ist?"



Schwimmt ein Entchen auf den Fluss und weint. Fragt ein Krokodil:

"Warum weinst du denn?" "Ich weiß nicht wer ich bin!" "Du bis eine

 Ente! Gelber Schnabel, weiße Federn und Schwimmhäute", beschrieb

das Krokodil. "Gut, gut und wer bist du", fragte das Entchen. Das

 Krokodil antwortete: "Na dann rate mal." Das Entchen hatte etwas

vom Krokodil gelernt und meint: "Kurze Beine, große Klappe, hast

eine Lederjacke an und Fußball spielen kannst du auch nicht. Bist du vielleicht Italiener?"

 



Der Förster hat den Tieren verboten in den Wald zu machen.

Er hat extra ein Dixi-Klo aufgestellt. Doch eines Tages erwischt

 er den Hasen bei seinem Geschäft und stellt in zur Rede. "Sag mal

Hase, ich hatte Euch doch verboten

in den Wald zu machen. Was soll das?"
"Tja" sagte der Hase, eines Tages stand ich vor dem Dixi-Klo

und der große Bär kam heraus und fragte mich: Sag mal fusselst

 Du? "Nein" sagte ich und der Bär fragte wieder: "Und Du fusselst

wirklich nicht?" "Nein Wirklich nicht!" "Und was, was ist dann

passiert?", fragte der Förster. "Dann, dann hat er sich mit mir den Hintern abgewischt."

 

                            

Sitzt ein Affe auf einem Baum. Kommt ein Papagei und fragt: "Na

Aff', was machst de denn so?" "Ach, ich sitz hier so rum und

warte auf den Tiger. Und wenn der da ist haue ich ihm kräftig

eine aufs Maul." Kommt ne Schlange und fragt den Affen: "Na

Aff', was machst denn so?" "Ich sitz hier so rum und warte auf den

 Tiger. Und wenn der kommt haue ich ihm kräftig eine aufs Maul.

" Kommt der Tiger und fragt: "Na Aff', was machst de denn so?"

"Ich sitz hier so rum und klopp dumme Sprüch'."

 

 

Katzen erreichen mühelos
was uns Menschen versagt bleibt:
durchs Leben gehen ohne viel Lärm zu machen

 

 

 

Kein Beleidung würde mich
so hart treffen wie der misstrauische Blick
von einem unserer Hunde

 

 

     

 

Treue eines Hundes
ist ein kostbares Geschenk.

Ein Hund ist bereit zu glauben
daß Du bist was Du denkst zu sein.

Wir kommen gleich wieder
macht für den Hund keinen Sinn.
Alles was er weiss
ist, dass wir fort sind

Der Hund ist der sechste Sinn des Menschen

Der Hund ist der einzige Freund den man kaufen kann.

Dass mir der Hund der Liebste sei,
sagst Du o Mensch sei Sünde
der Hund blieb mir im Sturm treu,
der Mensch nicht mal im Winde !

 

 

    

 

Für Geld kann man viel kaufen,aber nie die Freude des Hundes
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Auf leisen Sohlen,
kam er geschlichen
ganz verstohlen
die Hoffnungen wichen.

Jener mit dem Namen Tod,
welchem Blute ist nicht rot
nahm ihr, ihre Seele weg;
und brachte sie in sein Versteck.

Blut floß nun aus ihrem Munde.
Auf dem Kopf kein einzges Haar
Sie blickte nun mehr in die Runde
diese Geschicht' ist leider wahr.

In dieser Nacht will er nun kommen
zu einer Mutter Kind
das kleine Kindlein jener Frommen,
spürte4 zuletzt nur noch den Wind.

Und wieder bracht' er die Seele fort,
ohne mit der Wimper zu zucken,
ganz still und ohne jedes Wort
sogar ohne sie nur anzugucken.
 
 
 
 
 
 

Mein Herz

Es geht um Betrug und Verletzung in einer Beziehung. Ich habe es
geschrieben weil eine Freundin von mir starken Herzschmerz hatte.
 
 
 
 
 
 
 

Kätzchen

 

Dieses Kätzchen

ist ein Schätzchen.

Wenn ich’s anschau’,

dann macht’s Miau

und putzt sich fein das Fell -

ist doch niedlich, gell?

Wedelt leise mit dem Schwänzchen,

mit dem Ball macht’s ein Tänzchen,

hüpft schnell mal in die Höh’

und beißt mich in den Zeh.

Dann fängt es sich ne Maus

und das Gedicht ist aus.

                                                              

Copyright by Sabine Erdogan

 

 

 

Der Löwe 1

 

Der Löwe in der Wüste lebt

und freut sich auf sein Fressen.

Er brüllt ganz laut, die Erde bebt,

und hat dabei vergessen,

wenn er sich etwas fangen will

muss er halten still das Maul,

drum ist er auch gleich wieder still

und fängt sich gar nicht faul,

zum Essen ne Gazelle -

ganz auf die Schnelle.

 

Copyright by Sabine Erdogan

 

 

 

 

 

 

Der Löwe 2

 

Der Löwe zu der Löwin spricht:

„Heut jagst du, ich habe Gicht.“

Da rennt die Löwin schnelle

und fängt sich ne Gazelle.

Und wie sie ist beim schmausen,

da hört sie etwas Lautes brausen:

Es ist der Löwe mit der Gicht,

der brüllend laut zu ihr nun spricht:

„Was sind das für Manieren,

sich hier so aufzuführen?

Zu fressen hier und ganz schnelle,

alleine die Gazelle.“

Und die Moral von dem Gedicht,